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26. April 2010
Erinnerung an Reaktorunfall in Tschernobyl vor 24 Jahren
Vor 24 Jahren, genau am 26. April 1986, ereignete sich in Tschernobyl die schlimmste Reaktorkatastrophe in Europa. Ein Super-Gau wie in Tschernobyl kann sich jederzeit auch in einem deutschen Atomkraftwerk ereignen. Es ist also festzustellen: Alles spricht gegen Atomkraft. Sie ist gefährlich, zu teuer, sie verhindert neue Arbeitsplätze und blockiert den Klimaschutz.
Zudem gibt es weltweit kein einziges Endlager für hochradioaktiven Müll. In Tschernobyl, 90 km nördlich der heutigen ukrainischen Hauptstadt Kiew, explodierte in der Nacht auf den 26. April 1986 Block 4 des Atomkraftwerkes. Die Katastrophe forderte in den Folgejahren zehntausende Todesopfer, hunderttausende Kranke und die Vertreibung von über 300.000 Menschen aus ihrer Heimat. Radioaktive Strahlung breitete sich über weite Teile Europas aus und verursachte gesundheitliche Schäden in vielen Ländern. Sicherlich sind viele Krebserkrankungen in Europa, die vordergründig nicht erklärbar sind, auf dieses Ereignis zurückzuführen. Ein derartiger Super-Gau in Deutschland würde Kosten von bis zu 5.000 Mrd. Euro für Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Schweizer Prognos AG aus dem Jahr 1988 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Diese Summe übersteigt den Bundeshaushalt um das Zehn- bis Zwanzigfache.
In tiefer Trauer ist an all die Opfer und die Geschädigten dieses schrecklichen Reaktorunfalls zu denken.
März 2010
Obstwiese mit Nisthilfen ausgestattet!
Ein Teil des Geldes vom “Umweltschutzpreis 2009” wurde in Nistkästen investiert, die in die Bäume unserer Obstwiese in Werl gehängt wurden.
Es sind Nisthilfen für Höhlenbrüter mit 28 und 32 mm großen Einfluglöchern.
Februar 2010
Amphibienschutz-Aktion 2010 startet!
Wer bei der diesjährigen Aktion mithelfen will möge sich bitte melden!!
In diesem Frühjahr werden zusätzliche Helfer in Bexten gebraucht. Bitte melden! Der Zaun wird nur aufgestellt, wenn sich genügend Interessenten melden. Im vorigen Jahr war es wieder zu einer spontanen Aktion von Anliegern und der Polizei gekommen.
Mehr Bilder hier.

Hecke auf den Stock gesetzt
Einige Aktive (Ulla, Ilse, Horst und Harald) haben die 100 m lange städtische Hecke an der Obstwiese in Werl auf den
Stock gesetzt. Dazu wurden über 50 Stämme gefällt. Die zu Bäumen herangewachsenen heimischen Vogelschutzgehölze wurden somit wieder ihrer Zweckbestimmung als Hecke zugeführt. Die Beschattung des angrenzenden Ackers wurde damit auch beseitigt. Die Hecke kann nun mit viel Licht von unten wieder ausschlagen und dicht werden.
22. Februar 2010
BUND-OG in Bad Salzuflen ausgezeichnet!

Unsere Arbeit wurde wieder mit einer Auszeichnung und einem Geldpreis der Sparkasse Lemgo honoriert.
Liebe BUND-Mitglieder in Bad Salzuflen!
Das Wetter kündigt es an: das Jahr geht bald zu Ende und so wird wieder unser Jahresbericht fällig.
Ich bitte um Meldungen von Aktivitäten, die Ihr/Sie im vergangenen Jahr für die Umwelt und unsere Ortsgruppe unternommen haben.
Für die rechtzeitige Einreichung unseres Gruppen-Tätigkeitsberichtes für den Salzufler Umweltpreis benötige ich Eure/Ihre Angaben möglichst umgehend, spätestens bis zum 22. November 2009!
Mit freundlichem Gruß Harald Kohls
Liebe Klimafreundin, lieber Klimafreund,
Schwarz-Gelb hat die Wahl nicht wegen, sondern trotz ihrer Forderung nach längeren AKW-Laufzeiten gewonnen. Denn auch die Mehrheit der CDU-, CSU- und FDP-WählerInnen will laut Umfragen am Ausstieg festhalten. Deshalb wollen wir schnell und unmissverständlich deutlich machen: Die neue Regierung riskiert einen großen gesellschaftlichen Konflikt, wenn sie tatsächlich auf AKW-Laufzeitverlängerungen setzt.
MACHEN SIE MIT: Unterschreiben Sie unseren offenen Brief an Merkel, Seehofer und Westerwelle, die Energiewende zu sichern. Kündigen Sie gemeinsam mit tausenden anderen Menschen Ihren Protest gegen eine Aufkündigung des Atomausstiegs an! Unseren offenen Brief wollen wir möglichst schnell in bundesweiten Zeitungen veröffentlichen.
JETZT UNTERSCHREIBEN: http://www.bund.net/atomausstieg-festhalten
(oder http://www.bund.net/?id=4233)
Am 27. September wählen gehen:
Die Amphibienschutz-Aktion 2009
ist abgeschlossen!
Im Frühjahr 2010 werden zusätzliche Helfer in Bexten gebraucht. Bitte melden! Der Zaun wird nur aufgestellt, wenn sich genügend Interessenten melden. Dieses Jahr ist es wieder (wie schon im Vorjahr) zu einer spontanen Aktion von Anliegern und der Polizei gekommen.
Eine dpa-Meldung vom 4. Mai 2007:
Nur noch acht Jahre zur Klimarettung
Bangkok (dpa) - Der weltweite Treibhausgasausstoß muss bis spätestens 2015 stabilisiert werden, wenn die Menschheit die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abwenden will. Das geht aus dem dritten Teil des UN-Klimabericht hervor, der in Bangkok veröffentlicht wurde. Nur wenn die immer noch steigenden Treibhausgasemissionen bis in acht Jahren nicht mehr weiter wachsen, kann der weltweite Temperaturanstieg im Bereich von 2,0 bis 2,4 Grad Celsius gehalten werden, mahnen die Wissenschaftler.
dpa ku 04.05.2007 07:52
Unser Brief vom 30.04.2007
An die Fraktionen des Rates der Stadt Bad Salzuflen
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir danken der CDU- und der SPD-Fraktion für die schriftliche Beantwortung unserer Fragen zur Beteiligung unserer Stadtwerke an einem Kohlekraftwerk "Herne 5". Allerdings zeigt die fast wortgleiche Beantwortung, daß beide Fraktionen sich beim gleichen "Antworten-Schreiber" bedient haben, vermutlich unseren Stadtwerken.
Meine Damen und Herren, das legt aber auch den Verdacht nahe, daß Sie und die nicht antwortenden Fraktionen FDP und FWG, keine eigenen Vorstellungen über die Zukunft unserer Energieerzeugung und der damit verbundenen Klimabelastungen haben. Das finden unsere Mitglieder sehr bedenklich, heißt es doch immer "Global denken, lokal handeln"!?
Sie wissen also nicht, was zu tun ist? Dann helfen nur Informationen weiter und die Bereitschaft sich mit anstehenden Themen und den Grundlagen für Entscheidungen zu befassen.
Dabei möchten wir Ihnen in der Zukunft behilflich sein.
Heute senden wir Ihnen einen Artikel aus der seriösen FAZ:
(Zitat) Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2007
Moratorium für Kohlekraftwerke
Von Bärbel Höhn
Die morgendliche Zeitungslektüre dürfte den Chefs der vier großen Energieversorger gehörig auf's Gemüt schlagen. Auf keinem der drei Gebiete, denen die Zukunft der Energiepolitik im Zeichen des Klimawandels gehört, spielen Eon, RWE, Vattenfall und ENBW eine große Rolle: Die Erneuerbaren Energien sind fest in der Hand von Mittelständlern. Bei einer Fortschreibung der momentanen Entwicklung und der Instrumente wird Deutschland in 15 Jahren dreißig bis vierzig Prozent des Strombedarfes aus Erneuerbaren wie Wind, Sonne und Biomasse decken können. Gegenwärtig sind es zwölf Prozent. Der zweite Block - die Stromeinsparung - trifft den Absatz der Stromkonzerne noch stärker: Das wirtschaftlich erschließbare Einsparpotential wird auf dreißig bis fünfzig Prozent des gegenwärtigen Strombedarfs geschätzt.
In einer Übergangszeit werden wir auf Erdgas und Kohle noch nicht verzichten können. Als dritter Pfeiler einer wirksamen und ökonomisch ausgewogenen Klimapolitik kommen hier vor allem Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) ins Spiel, die heute einen Anteil von zwölf Prozent an der deutschen Stromproduktion ausmachen. Sie produzieren Strom und speisen die Prozesswärme zum Heizen in Nah- oder Fernwärmenetze ein. So werden bei einem Erdgas-Blockheizkraftwerk nur 49 Gramm CO2 pro Kilowattstunde freigesetzt; in einem Braunkohle-Kraftwerk sind es rund 1150 Gramm.
Die Geschäftsgrundlage der großen Stromkonzerne erodiert. Nach und nach gehen die Atomreaktoren vom Netz. Ihr zweites Standbein, die großen Kohlekraftwerke, ist aus Gründen des Klimaschutzes mittel- bis langfristig nicht mehr tragfähig. Wie gehen die Stromkonzerne mit diesen Zukunftsaussichten für ihre börsennotierten Unternehmen um? Sie planen und bauen neue Kohlekraftwerke. Insgesamt sind rund 45 Kohlekraftwerke in Deutschland in Bau oder überwiegend in Planung. Davon der Löwenanteil in der Regie der großen Stromkonzerne. Addiert man den CO2 Ausstoß der Kraftwerke und berücksichtigt man eine durchschnittliche Laufzeit von vierzig Jahren - dann gäbe es im Jahr 2050 durch diese Anlagen noch eine CO2-Altlast von 170 Millionen Tonnen jährlich. Damit wären mehr als achtzig Prozent der angestrebten CO2 Emissionen in Deutschland schon vergeben. Haushalte, Verkehr, Industrie und die übrige Stromerzeugung müssten sich dann mit einem jährlichen Ausstoß von rund 30 Millionen Tonnen CO2 begnügen. Das ist illusorisch!
Aber wir arbeiten doch an "sauberen" Kohlekraftwerken, sagen die Stromkonzerne. Mit der CCS-Technik werde das CO2 abgeschieden und in unterirdischen Speichern gelagert. Doch Leider ist nicht absehbar, ob diese Technik jemals Marktreife erlangen wird. Neben großen ungelösten Forschungsfragen bei der Endlagerung gibt es wirtschaftliche Bedenken. Alfred Tacke, der Chef des fünftgrößten Stromproduzenten STEAG (das ist doch der Bauherr und zukünftige Betreiber von "Herne 5"!!? - Anmerkung des BUND), spricht deswegen auch von einer Alibi-Technik, die sich in keinem denkbaren Modell rechne. Einer der wenigen Rettungsringe für die Stromkonzerne, der ihren jetzigen Fortbestand unter den Bedingungen des Klimaschutzes rechtfertigen könnte, wird bei näherer Betrachtung immer löchriger.
Deswegen brauchen wir umgehend ein Moratorium für den Bau neuer Kohlekraftwerke, bis geklärt ist, ob die CCS-Technik einsatzfähig ist, was voraussichtlich nicht vor 2020 der Fall sein wird. Bis dahin wird man aber einen großen Teil der fossilen Kraftwerkskapazitäten aus Altersgründen ersetzen müssen. Hier bieten sich neben den Erneuerbaren Energien und der Energieeinsparung die oben beschriebenen effizienten Strom-Wärme-Anlagen an.
Heute kontrollieren die großen Konzerne achtzig bis neunzig Prozent der Stromerzeugung. De facto würde das Moratorium ein Auslaufen ihrer Marktmacht bedeuten. - Und das ist auch gut so! Denn ein ambitionierter Klimaschutz ist mit Eon, RWE, Vattenfall und ENBW schwer möglich. Ihre Gewinne machen sie mit dem Ausstoß von übermäßig viel CO2. Eine ihrer letzten Bastionen sind die großen und ineffizienten Kohlekraftwerke, die sie mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Je früher ein Zeichen von der Politik kommt, dass die zentrale Kohleverstromung in Großanlagen aus klimapolitischen Gründen überholt ist, desto mehr Zeit haben die Unternehmen sich zu verändern. Ein entsprechendes Bau-Moratorium würde Eon, RWE & Co eine Verschnaufpause von 15 Jahre geben, um ihre Stromproduktion klimafreundlicher zu gestalten. Wenn die CCS-Technik dann einsatzbereit und sicher sein sollte, muss der Markt entscheiden, ob sich solche Kraftwerke rechnen.
(Zitatende)
Warum beteiligen wir uns beim fünftgrößten Energieerzeuger STEAG, der auf klimaschädliche Kohle setzt, wenn wir uns unabhängiger von den (noch) großen Konzernen machen wollen, wenn es wirkliche Alternativen in der mittelständischen, zukunftssicheren erneuerbaren Energieerzeugung gibt?
BUND-Brief an alle Mitglieder im März 2007:
Liebe Freunde und Freundinnen der Erde!
Unsere Stadtwerke, für deren Eigenständigkeit wir uns beim Bürgerentscheid eingesetzt haben, wollen sich an der Investition in ein Kohlekraftwerk „Herne 5“ beteiligen. Der Rat hat dies bei nur einer Gegenstimme einstimmig beschlossen. Angesichts der Probleme mit Feinstaub, CO2-Emissionen und Klimawandel ein nicht begreiflicher Vorgang.
Begründet wird der Beschluß mit einer größeren Unabhängigkeit gegenüber den 4 großen Stromkonzernen.
Der BUND setzt sich für nachhaltige Investitionen ein und kann dem nicht tatenlos zusehen, wo es durch Investitionen in eigene Blockheizkraftwerke, Wasserkraftanlagen, Windkraftanlagen, Solarstromanlagen, Schnitzelheizkraftwerke, Biogasanlagen u.v.a. genügend Alternativen gibt.
Die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen wird sich bei der abzusehenden Verteuerung der CO2-produzierenden Energieformen weiter erhöhen. So sind wir überzeugt, daß sich eine Wasserkraftanlage Heerser Mühle in der Zukunft wieder wirtschaftlich betreiben lässt.
Eine Investition in ein mit ausländischer Steinkohle befeuertes Kohlekraftwerk ist nicht zukunftssicher und mit großen wirtschaftlichen Risiken verbunden. Allein der Transport der Steinkohle aus dem Ausland (z.B. Australien) wird unbezahlbar und unverantwortbar werden.
Das Kraftwerk erreicht durch eine Kombination mit einer 10%-tigen Wärmeerzeugung einen Wirkungsgrad von 50%. Unsere Bad Salzufler Blockheizkraftwerke nutzen die eingesetzten Brennstoffe (Erd– und Klärgas) zu über 90% aus und erzeugen (im Vergleich zu dem „modernen“ Kohlekraftwerk) fast nur die Hälfte an CO2!
Das Kohlekraftwerk ist ohne größere Bürgerbeteiligung aufgrund eines 29 Jahre alten Bebauungsplanes genehmigt worden und stößt vor Ort auf Protest.
Diesem Vorhaben sollte sich die Kur– und Gesundheitsstadt Bad Salzuflen nicht anschließen!
Was können wir dagegen tun?
Zunächst laden wir deshalb zu einer Mitgliederversammlung ein:
Mittwoch, 21. März 2007, 19.30 Uhr Umweltzentrum Heerser Mühle
Der Vorstand bittet um rege Beteiligung. Selbstverständlich sind Gäste herzlich willkommen.
Wir wollen folgende Themen diskutieren und weitere Aktionen beschließen:
- Ist ein Anbieterwechsel zu einem Ökostromanbieter jetzt sinnvoll?
- Welche Vorschläge zu nachhaltigen Investitionen sollten wir ausarbeiten?
- Was könnte eine Podiumsdiskussion mit Stadtwerkevertretern, Politikern, Umweltschützern, Wissenschaftlern bringen?
- Welche Demonstration vor Ort können wir durchführen?
Welche kleinere Aktionen an verschiedenen Stellen (Stadtfesten) im Stadtgebiet sind wirkungsvoll?
- Sollte die Initiative für einen erneuten Stadtwerke-Bürgerentscheid erneuert werden?
News:
Die Stadtwerke Gütersloh haben ihren Beschluß zur Beteiligung am Kohlekraftwerk Herne 5 zurückgezogen. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Detmold hat den Vorschlag der Geschäftsführung zur Beteiligung am Kohlekraftwerk Herne 5 mehrheitlich abgelehnt!
Link-Tipps:
- Resolution zu 100% Erneuerbare Erneuerbare Energien an den Deutschen Bundestag.
Derzeit liegen 4842 Unterschriften vor. Wir unterstützen diese Aktion von Regio-Solar.
Unterschreiben auch Sie: http://www.100-prozent-erneuerbare.de
Pressemitteilung vom 26.02.2007:
Kein Geld aus Salzuflen für Anheizung des Klimakollaps
BUND fordert Rücknahme des Stadtwerkebeschlusses zum Kraftwerksbau
Der Salzufler BUND-Sprecher Harald Kohls ist entsetzt über den jüngsten Beschluss des Verwaltungsrates der Stadtwerke Bad Salzuflen: Man will sich mit dem Geld der Stromkunden am Bau eines Steinkohlekraftwerkes in Herne beteiligen. Kohls: „Inzwischen ist auch dem letzten Bürger (und selbst Politikern wie Präsident Bush) klar geworden, dass wir unsere Kohlenstoffdioxid-Emissionen senken müssen, um die schädlichen Auswirkungen auf das Klima in Grenzen zu halten und jetzt wollen unsere Lokalpolitiker sogar noch für eine zusätzliche Erhöhung sorgen. Das ist überhaupt nicht im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.“
BUND-Mitglied Jobst Flörkemeier unterstützt diese Haltung: „Wir haben doch nicht für den Erhalt unserer Stadtwerke gekämpft, um jetzt einen derartigen Schlag ins Gesicht zu bekommen. Wir wollten, dass die Verantwortung vor Ort bleibt, aber nicht, dass eine derart unverantwortliche Politik gemacht wird. Wir sind doch Kunden der Stadtwerke geblieben, weil wir die lokale Wirtschaft stützen wollen. Eine derartige Entscheidung führt sicherlich bei vielen Kunden zu Überlegungen den Energieversorger zu wechseln. Das kann aber eigentlich nicht in unserem Interesse und auch nicht in dem der Stadtwerke liegen.“
Die Ortsgruppe hat es bislang unterlassen, ihren Mitgliedern und anderen umweltbewussten Bürgern den Strom-Wechsel zu einem „Natur- oder Ökostromanbieter“ zu empfehlen. Damit könnte jetzt Schluss sein, so Harald Kohls erzürnt über „seine“ Stadtwerke.
Der BUND verweist darauf, dass die Stadtwerke Gütersloh ihren Beteiligungsbeschluss am Kraftwerk in Herne zurückgenommen haben, vor allem weil die geplante Kohle-Technik veraltet ist und zu überhöhten Emissionen führt. Zudem werden nur 50% der eingesetzten Energie genutzt, während modernste Kraftwerke in der Lage sind über 90% auszunutzen, wie die örtlichen Blockheizkraftwerke zeigen.
Kohls und Flörkemeier fordern die Verantwortlichen für die Stadtwerke auf, den Beschluss zur Beteiligung am Steinkohlekraftwerk Herne zurückzunehmen und das Geld in die Förderung regenerativer Energien zu stecken. Das schafft (auch örtliche) Arbeitplätze, führt nicht zu CO2-Emissionen und macht die Stadtwerke wesentlich attraktiver – auch für Neukunden.
10. März 2007:
Kommunaler Klimaschutz ist machbar - wenn man es denn will!
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Detmold hat sich mit sehr großer Mehrheit - nur der CDU-Vertreter war dafür - gegen die von der Geschäftsführung geplante Beteiligung am Kohlekraftwerke Herne 5 ausgesprochen. Aus Klimaschutzgründen ist eine solche Beteiligung nicht akzeptabel, da durch den Detmolder Anteil mehr als 6.000 t CO2 pro Jahr zusätzlich in die Luft geblasen worden wären.
Stattdessen soll zukünftig die Kraft-Wärme-Kopplung stärker ausgebaut werden. Eine Konzeptstudie hat ergeben, dass technisch und wirtschaftlich die Potenziale vorhanden sind, die heute vorhandene Fernwärme zu verdoppeln. Unmittelbar nach der Ablehnung der Beteiligung am Kohlekraftwerk wurde ein neues Fernwärmeprojekt beschlossen.
Michael Brieden-Segler Bündnis90/DIE GRÜNEN, Ratsfraktion Detmold
Geplante Kohlekraftwerke in Deutschland - PDF-File
Aus der TAZ:
Drei AKWs nur für den Stromexport
FREIBURG taz Deutschland hat im letzten Jahr einen Exportüberschuss von 20 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Diese unscheinbare Zahl, die die Stromwirtschaft gestern bekanntgab, hat politische Brisanz: Sie macht deutlich, wie problemlos der Atomausstieg zu schaffen ist. Denn der deutsche Exportüberschuss war im vergangenen Jahr exakt so groß wie die Erzeugung der drei Atomkraftwerke Biblis A, Neckarwestheim 1 und Brunsbüttel zusammen. Diese drei Reaktoren, die nach dem Atomkonsens in den kommenden zwei Jahren vom Netz gehen sollen, haben also rechnerisch nur fürs Ausland produziert. Die von Kanzlerin Angela Merkel kürzlich aufgeworfene Frage, woher nach dem Atomausstieg die dann fehlende Energie kommen soll, ist für diese Kraftwerke also schon beantwortet: Der Ersatz ist längst am Netz. BJ
taz Nr. 8214 vom 1.3.2007, Seite 7, 29 TAZ-Bericht BJ
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